Schulterarthroskopie im Kreiskrankenhaus St. Ingbert

Schulter

Das Schultergelenk ist das beweglichste Gelenk am menschlichen Körper und hierdurch im Besonderen Verletzungen und Verschleißerscheinungen ausgesetzt. Um diese Beweglichkeit zu bieten, hat das Gelenk nur eine geringe Führung durch die knöchernen Strukturen und so besteht im Vergleich zum großen runden Oberarmkopf nur eine sehr kleine Gelenkpfanne am Schulterblatt. Die Stabilität muss daher hauptsächlich durch Bandstrukturen und die Muskulatur gewährleistet werden.

Zur direkten Übertragung der Muskelkraft auf das Gelenk setzen mehrere Sehnen direkt am Oberarmkopf an (Rotatorenmanschette).

Bei Arbeiten, in denen die Arme in der Horizontal- oder Überkopfposition gehalten werden, kann es zu einem Kontaktphänomen zwischen den Sehnen und dem knöchernen Schulterdach kommen. Dies kann zu einer häufig sehr schmerzhaften Sehnenschwellung führen. Das Anheben des Armes wird dann frühzeitig durch den ausgelösten Schmerz abgestoppt und ist nur noch sehr eingeschränkt möglich. Dieses Krankheitsbild der entzündeten Schultersehnen nennt man Impingementsyndrom. Pat. mit einem Impingementsyndrom werden häufig durch Schmerzen beim Liegen auf der erkrankten Schulter im nächtlichen Schlaf gestört. Wenn durch die Einnahme von antientzündlichen Schmerzmedikamenten keine Besserung zu erzielen ist, kann durch die lokale Injektion von Kortison an die entzündlich veränderten Sehnen, diese zum Abschwellen gebracht werden. Gelingt dies, ist die Schulterbewegung wieder schmerzfrei möglich. Sollte diese Behandlung jedoch nur eine kurzfristig Besserung bringen und der Schmerz rasch wiederkehren, muss über eine operative Therapie nachgedacht werden.

Schultergelenkspiegelung (Schulter-Arthroskopie)

Viele krankhaften, bzw. verletzungsbedingten Veränderungen an der Schulter lassen sich arthroskopisch beheben. Die Schulter muss hier nicht komplett eröffnet werden. Der Operateur geht minimal invasiv vor, indem er über dem Gelenk nur kleine Öffnungen (Portale) anlegt. Durch das erste Portal wird eine Kamera in das Gelenk eingeführt. Der Operateur sieht diese Bilder auf einem Monitor und kann über die weiteren Portale mit speziellen Werkzeugen Gewebe abtragen, nähen und Knochendübel einbringen. Das häufigste Krankheitsbild, welches bei der Schulter zu einer operativen Therapie führt, ist das Impingementsyndrom. Hier wird mit einer kleinen Knochenfräse das Knochengewebe des Schulterdaches, welches die geschwollenen Sehnen an ihrer freien Bewegung hemmt, abgetragen. Auch das eventuell notwendige Abtragung eines degenerativ veränderten Schultereckgelenkes (Akromioklavikular-Gelenk) ist arthroskopisch möglich. Der erhöhte technische Aufwand der arthroskopischen Operation macht sich für den Patienten, durch eine schnellere Wundheilung und einen geringeren postoperativen Wundschmerz positiv bemerkbar.

Arthroskopische Refixation der Rotatorenmanschette

Sind die Sehnen der Rotatorenmanschette entweder durch ein Unfallereignis, oder im Rahmen eines Verschleißsyndroms spontan gerissen, ist die aktive Bewegung der Schulter für den Patienten nur noch eingeschränkt, oder gar nicht mehr möglich. Auch hier kommen arthroskopische Verfahren zum Einsatz. Es werden an der Stelle des Sehnenabrisses meist Ankersysteme (“Knochendübel”) in den Knochen eingebracht. An diesen Ankern kann dann die Sehne refixiert werden. Es schließt sich eine Ruhigstellungsphase für 4 Wochen an, in der die Sehne wieder verwächst.

Offene Refixation der Rotatorenmanschette

Liegt der Sehnenriss schon einige Zeit zurück, kommt es zu einem langsamen Zurückziehen, bzw. Schrumpfen des Sehnengewebes. Um das Sehnengewebe wieder mobilisieren zu können, kann es notwendig werden, die arthroskopische Operationstechnik zu verlassen und eine Schnitterweiterung durchzuführen. Auch hier erfolgt die Refixation der Sehne durch Knochendübel. Hat sich das Sehnengewebe bereits soweit zurückgebildet, dass auch mit dem offenen operativen Vorgehen eine spannungsfreie Sehnenrefixation nicht mehr möglich ist, muss auch nach der Operation mit einer Bewegungseinschränkung der Schulter gerechnet werden.

Schultergelenkarthrose (Omarthrose)

Bei fortgeschrittener Schultergelenkarthrose ist die Schulterbeweglichkeit häufig massiv schmerzhaft eingeschränkt. Alltägliche Verrichtungen zur Körperpflege, das An- und Auskleiden und die eigenständige häuslichen Versorgung werden zur Qual. Das nächtliche Liegen auf dem schmerzhaften Schultergelenk können den Schlaf rauben. Sind diese Zustände durch Schmerzmedikamente und Injektionen nicht mehr zu lindern, stehen zwischenzeitlich moderne Systeme zum Austausch der Schultergelenke zur Verfügung.