Knie

Das menschliche Kniegelenk ist eines der komplizierten Gelenke des Körpers und weit davon entfernt nur ein einfaches Scharniergelenk zu sein. Um die komplexe Beweglichkeit und mechanische Belastbarkeit zu gewährleisten, bedarf es dem  Zusammenspiel der knöchernen Gelenkanteile mit den Knorpelüberzügen, den stabilisierenden Bändern (Kreuzbänder, Seitenbänder) und den zwei Knorpelscheiben im Gelenk (Innen-und Außenmenikus). Die Menisken sind schlecht durchblutet und haben keine Möglichkeit eigene Schäden selbst zu heilen. Das Kniegelenk wird zum Teil (z.B. beim Sport) mit dem Mehrfachen des Körpergewichtes belastet. Hierzu muss es sowohl im gestreckten wie auch gebeugten Zustand ausreichend stabil sein.

Häufig wird das Kniegelenk durch direkt auf das Gelenk übertragene Kräfte verletzt, z.B. durch den Anprall mit einer Autostoßstange. Jedoch auch Sportarten mit plötzlichen Körperdrehungen (Fuß- und Handball) bei denen das Knie unter Last verdreht wird, können zu schweren Knieverletzungen führen.

Kniegelenkarthrose (Gonarthrose)

Bei fortgeschrittenen Verschleißerscheinungen des Kniegelenkes kann es trotz Schmerzmitteleinnahme, Gelenkinjektionen und Bewegungsübungen zu immobilisierenden Schmerzen des Gelenkes kommen. Ist die nächtliche Ruhe durch Schmerzen gestört, die schmerzfreie Gehstrecke auf wenige 100m eingeschränkt und die Teilhabe am sozialen Leben nicht mehr möglich, kann dem Patienten durch einen operativen Gelenkaustausch geholfen werden. Das operative Risiko ist zwischenzeitlich überschaubar und die Funktion der künstlichen Gelenke häufig sehr gut. Auch ein Wechsel des künstlichen Gelenkes ist bei Verschleiß des Kunstgelenkes möglich. Es gelingt so, Patienten bis in ein hohes Alter schmerzarm mobil zu halten.

Kniegelenkpiegelung (Kniegelenk-Arthroskopie)

Um eine Meniskusschädigung zu verursachen bedarf es häufig keinem großen Unfallmechanismus, auch eine chronische Überbelastung der Menisken kann zu einer Rissbildung des Meniskusgewebes führen. Dies äußert sich durch bewegungsabhängige Knieschmerzen, teils verbunden mit Blockierungserscheinungen des Gelenkes. Den Verdacht auf einen Meniskusschadens kann man bereits durch die orthopädische Untersuchung stellen. Die Verdachtsdiagnose lässt sich durch eine Kernspintomographische Untersuchung (MRT) erhärten. Ist die Rissbildung des Meniskus gesichert und führt sie zu persistierenden Knieschmerzen besteht die Indikation zur Kniegelenk-Arthroskopie. Hier werden durch zwei kleine Schnitte in minimal invasiver Technik eine Kamera und diverse kleine Arbeitsgeräte in das Kniegelenk eingeführt. Dem Operateur gelingt es so sich alle relevanten Anteile des Kniegelenkes anzuschauen und mittels Fotos zu dokumentieren. Die gelockerten, zum Teil abgelösten Meniskusanteile werden unter Erhalt des gesunden Meniskusgewebes abgetragen und aus dem Gelenk gesaugt. Das minimal invasive operative Vorgehen sorgt für eine deutlich schnellere Genesung der Patienten.