Hand-Operation
Viele handchirurgischen Eingriffe sind in Lokalanästhesie in der Praxis Blieskastel möglich.

Hand

Die menschliche Hand kann sowohl feste zulangen, beherrscht aber auch feinste und gut koordinierte Bewegungen (z.B. Klavierspielen). Sie besteht aus 27 Einzelknochen und wird von 33 Muskeln, welche über Sehnen mit den Fingern und der Hand verbunden sind, bewegt.  Eine Luxusversorgung  an Berührungssensoren macht unsere Hand zu einem sehr feinen Tastinstrument. Auch an Schmerzfasern hat die Natur nicht gespart. Trotz moderner Technik hat noch keine künstlich hergestellte Roboterhand nur annähernd die Fähigkeiten einer menschlichen Hand erreicht.

Hände sind durch die Benutzung von Werkzeugen, wie z.B. Messern sehr verletzungsgefährdet. Die chirurgische Therapie komplexer Verletzungen kann sich sehr aufwendig gestalten und führt nicht selten je nach Verletzungsmuster auch zu einer bleibenden Funktionseinschränkung der Hand.

Daumensattelgelenkarthrose (Rhizarthrose)

Das Daumensattelgelenk ist das beweglichste und am stärksten belastete Gelenk der Hand. Im Laufe des Lebens und gefördert durch starke arbeitsbedingte Belastungen der Hand, kann es hier zu einer Schmerzhaftigkeit des Daumens kommen. Man ist dann überrascht, wie häufig man den Daumen im täglichen Leben braucht. Gezielte Kortisoninjektionen können bei einer Aktivierung der Daumensattelgelenkarthrose erfolgreich eingesetzt werden. Verschlimmern sich die Beschwerden , kann dem Patienten durch eine Operation geholfen werden. Für das Daumensattelgelenk gibt es noch keine verlässliche Versorgung mittels Kunstgelenk. Es kommen jedoch operative Verfahren zur Anwendung, in denen der Gelenkpartner des Daumenknochens entfernt wird. Zur Stabilisierung des Daumens erfolgen dann Sehnenplastiken. Hierdurch lässt sich wieder eine schmerzfreie Beweglichkeit des Daumens herstellen.

Karpaltunnelsyndrom

Zur Versorgung der Hand mit elektrischen Impulsen bedarf es 3 großer Nervenstränge, welche in die Hand ziehen. Der Nervus medianus muss hierzu durch den sogenannten Karpaltunnel ziehen. Dieser wird durch die schüsselförmig angeordneten Handwurzelknochen (Karpus) und eine den Tunnel handflächenwärts verschließende feste Bandstruktur gebildet. Durch diesen anatomischen Tunnel ziehen zusammen mit dem Nervus medianus die Beugesehnen der Finger. Kommt es zu einer knöchernen Verengung des Tunnels oder einer Verschwellung der Sehnen, bleibt dem Nerven nur noch weniger Platz und es kommt zu einer Nervenreizung. Typische Symptome sind nächtliches Einschlafen der ersten 3 Finger (Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger), Kraftlosigkeit dieser Finger, Gegenstände fallen aus der Hand und Schmerzen in den Fingern. Im unbehandelten Endstadium dieser Erkrankung steht eine dauerhafte Taubheit der o.g. Finger und ein irreversibler Verlust der Daumenballenmuskulatur. Soweit sollte es nicht kommen. Wird der Verdacht auf ein Karpaltunnelsyndrom geäußert, erfolgt die Überweisung zum Neurologen, welcher die elektrischen Ströme der Nerven messen kann. Sind die Nervenströme des Nervus medianus im Bereich des Karpaltunnels abgeschwächt, ist die Diagnose gesichert. Bei neu aufgetretenen Beschwerden, z.B. nach ungewohnter starker körperlicher Belastung der Hand, kann der Versuch einer konservativen Therapie erfolgen. Kommt es nicht zu einer Besserung, muss der Nerv operativ entlastet werden. Hierzu wird die Bandstruktur oberhalb des Karpaltunnels durchtrennte, der Nerv dargestellt und von Verwachsungen befreit. Der Erholung des geschädigten Nerven steht jetzt nichts mehr im Wege, kann jedoch abhängig vom präoperativen Schädigungsgrad des Nerven Wochen bis Monate dauern.

Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis stenosans De Quervain)

Die Muskeln für die Fingerbewegungen liegen im Unterarm. Von hier Ziehen  die Sehnen zu den Fingern. Die Sehnenverläufe sind hier zum Teil mit Gleitgwebe (Sehnenscheide) umgeben. Die Sehnen werden in sogenannten Sehnenfächern geführt und durch bindegewebige Befestigungen an einem Herausspringen aus den Sehnenfächern gehindert. Durch Anprallverletzungen, aber häufiger durch eine Sehnenüberbelastung, kommt zu einer Reizentzündung der Sehnenscheiden und teils zu einer Sehnenschwellung. Diese Veränderungen stören das reibungslose Gleiten der Sehnen. Bewegungen der Finger oder der Hand werden schmerzhaft. Häufig lässt sich dieser Zustand durch antientzündliche Maßnahmen und Schonung bessern. Wenn nicht, kann durch eine operative Eröffnung der Sehnenscheide die Gleitfähigkeit der Sehne wieder hergestellt werden. Besonders häufig findet man diese krankhaften Veränderungen im Bereich des 1.Strecksehnenfaches und werden dort nach dem Erstbeschreiber De Quervain benannt.

Schnellender oder springender Finger (Digitus saltans)

Der Motor für die Fingerbeugung und -streckung liegt in den Muskeln des Unterarmes. Sehnen führen von dort durch Sehnenscheiden auf der Handflächenseite der Hand bis in die Fingerspitzen. Sogenannte Ringbänder sorgen für die Führung der Sehnen in den Sehnenscheiden. Durch wiederkehrende starke Druckbelastung auf die Handinnenflächen und die dort verlaufenden Sehnen, kann es zu einer Sehnenschwellung kommen. Die geschwollene Sehne kann jetzt nur noch mit erhöhten Aufwand durch ihr Lager gleiten, teils bleiben sie in der Bewegung stecken, der Finger ruckt und springt. Dies kann sehr schmerzhaft sein. In fortgeschrittenem Zustand bleibt der Finger in der Beugeposition stecken und muss mit der anderen Hand schmerzhaft gerade gebogen werden. Treten solche Veränderungen unmittelbar nach einer außergewöhnlich starken Belastung der Hand auf, besteht eine gute Erfolgsaussicht, dass durch Schonung, die Sehne wieder abschwillt und die Sehnenfunktion wieder hergestellt ist. Besteht dieser Zustand mit dem Springenden Finger (auch am Daumen möglich ) weiter, empfiehlt sich ein kleiner operativer Eingriff , in dem die entstandene Enge mittels Durchtrennung des Ringbandes beseitigt wird. Die Fingerfunktion kann sich danach rasch wieder normalisiert.

Dupuytrensche Kontraktur

Als Dupuytrensche Kontraktur der Finger bezeichnet man eine sich teils über Jahre entwickelnde zunehmende Verkrümmung der Finger (meist Ringfinger und kleiner Finger) in die Beugestellung. Ursächlich für diese Verkrümmung (Kontraktur) ist die flächige Faszie der Hohlhand. Welche Faktoren diese Kontrakturen auslösen ist bis heute nicht abschließend geklärt. Da es sich hier um eine schmerzlose Veränderung mit langsamen Verlauf handelt, entsteht häufig erst dann ein Leidensdruck bei dem Patienten, wenn die Verkrümmung der Finger mechanische im Alltag zu stören beginnt. Man bleibt z.B. bei dem Griff in die Hosentasche an den verkrümmten Fingern hängen. Es gibt keine erfolgreiche konservative, also nicht operative Therapie. Entscheidet sich der Patient für eine operative Therapie werden die verhärteten Stränge unter der Haut entfernt. Hierzu sind häufig längere gezackte Schnitte in der Hohlhand notwendig um das krankhaft veränderte Gewebe auch komplett entfernen zu können. Manchmal sind Hautlappenplastiken notwendig um nach der Streckung der Finger die Haut wieder komplett verschließen zu können. Um das Ausmaß der Operation für den Patienten im Rahmen zu halten ,empfiehlt es sich, die operative Versorgung nicht all zu lange heraus zu schieben.

Überbein (Ganglion, Mucoidzyste)

Häufig entstehen besonders im Bereich der Hände und der Füße Vorwölbungen, welche zum Teil schmerzhaft sind. Diese Raumforderungen sind häufig nicht verschieblich und auf Druck unelastisch. Aufgrund der Unnachgiebigkeit dieser Veränderung spricht man landläufig von einem Überbein, in der Vermutung, dass hier eine knöcherne Anbau ursächlich ist. Häufig findet man solche Veränderungen über den kleinen Gelenken der Hände. Im Röntgen zeigt sich dann häufig eine deutliche Verschleißerscheinung des Gelenkes. Der Körper versucht durch vermehrte Bildung von Gelenkschmierstoffen (Mucoid) die Beweglichkeit des geschädigten Gelenkes zu verbessern. Es bilden sich Aussackungen der Gelenkkapsel, welche sich mit der Gelenkschmiere füllen. Diese Aussackungen erreichen dann das Hautniveau und überragen es zum Teil und werden so als Vorwölbung sicht- und tastbar. Bei zunehmender Vergrößerung dieser Zyste wird die Haut ausgespannt und kann perforieren, klare visköse Flüssigkeit tritt aus. Jetzt besteht die Gefahr einer Gelenkinfektion mit zum Teil weitreichenden medizinischen Konsequenzen. Solche Zysten können auch von dem Sehnenscheidengewebe gebildet werden. Man findet unterschiedliche Füllungszustände der Zyste, mal ist sie kleiner mal größer. Eine komplette Rückbildung der Zyste kommt jedoch sehr selten vor. Eine erfolgversprechende nicht operative Therapie existiert nicht. Im Rahmen der operativen Entfernung wird die Haut von der Zyste abpräpariert, die Zyste und die Verbindung zum Gelenk dargestellt und in ihrer Gesamtheit entfernt. Häufig müssen noch kleine Knochenanbauten am Gelenk abgetragen werden. Vorübergehend wird nach der Operation das Gelenk bis zum Abschluss der Wundheilung mit einer Schiene ruhiggestellt. Da die eigentliche Ursache der Zyste, das defekte Gelenk ist, kann eine Zyste an gleicher Stelle noch mal entstehen. Das Rezidivrisiko ist jedoch gering und muss gegen das Risiko eines Gelenkinfektes abgewogen werden.